Vorfabrizierte Sitzbänke im öffentlichen Raum

Sitzbank im öffentlichen BereichBei diesem Beispiel handelt es sich um eine Sitzbank aus Stahl und vorfabrizierten Betonelementen. Es handelt sich um einen Massenartikel (in diesem Fall Baujahr 2009), die Schweiz weit eingesetzt werden.

Gegen diese Konstruktionswahl ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch die Materialwahl ist richtig. Vorbehalte gibt es einzig gegen die Betonbauteile. Obwohl es entsprechende Normen für vorfabrizierte Betonbauteile gibt, fanden diese offensichtlich in diesem Fall keine Anwendung. An den üblichen Standorten muss mit Frost und Tausalzeinsatz gerechnet werden. Die deutlich erkennbaren Frostschäden bei diesem Beispiel beweisen, dass beide Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Es ist mit einer weiteren Zerstörung der Betonmatrix (Abbröckeln des Betons) zu rechnen. Somit ist offensichtlich, dass die Lebensdauer stark reduziert wird.

Dieses Problem hätte einfach vermieden werden können, indem man einen frost- und tausalzbeständigen Beton gemäss SN EN Normen gewählt hätte. Alternativ könnten auch die Betonkronen mit einer geeigneten Abdeckung geschützt werden. In diesem Fall wären die Ansprüche an die Frost- und Tausalzbeständigkeit des Betons geringer. Ein Nachrüsten der Sitzbänke ist jedoch unverhältnismässig und viel zu teuer.

Fazit:
Ein versierter, erfahrener Bautreuhänder sieht solche planerische Unvollständigkeiten bereits vor der Ausführung und kann darauf Einfluss nehmen. In aller Regel sind in diesem Stadium die Mehrkosten, wenn es überhaupt solche gibt, eher gering.

Das Bestellen eines erfahrenen Bautreuhänders lohnt sich sowohl für Investoren wie auch für Eigentümer.

(02/2014)