Sandsteingewände an historisch wertvollen Altstadt – Gebäuden

 

Bild 1Das gezeigte Schadenbild gibt es haufenweise. In jeder Altstadt oder bei jeder innerstädtischen Ladenpassage sieht man diese oder ähnliche Bilder. Leider tragen diese nicht zu einem schönen, einladenden Erscheinungsbild eines Ladens bei. Will man solche Schadstellen oder -partien erfolgreich sanieren, braucht es vertiefte, baufachliche Kenntnisse.

Die hier sichtbaren Mängel werden nicht als sehr gravierend eingestuft, es ist vielmehr ein ästhetisches Thema.

 

In die Ausarbeitung eines Lösungsvorschlags sind folgende Einflüsse bestimmend und entsprechend zu berücksichtigen:

  • Chloride: Da es sich um Sandstein-Türgewände an einer Ladenstrasse im Fussgängerbereich handelt, ist mit einer relativen hohen Tausalzbelastung der Sandsteinpartien zu rechnen.
  • Nitrate: Aufgrund der speziellen Lage der Liegenschaft ist davon auszugehen, dass sich schon mehrmals Hunde an diesen Wandpartien erleichtert haben. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass Menschen schon dasselbe getan haben. Der Urin von Fleischfressern ist sauer und kann deshalb dem Bindemittel des Sandsteins, Kalk schaden.
  • Frostschäden: Erfahrungsgemäss sind Sockelpartien einer erhöhten Frostbelastung infolge Spritzwasser und Winterdienst ausgesetzt.
  • Vandalismus: In innerstädtischen Ladenpassagen ist dieses Risiko latent vorhanden.
  • Ästhetik: Dieser Ladeneingang ist an einer stark frequentierten Einkaufsstrasse. Der Besitzer legt Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild.
  • Kosten/Nachhaltigkeit: Wie immer soll eine gute, langdauernde und kostengünstige Lösung angestrebt und realisiert werden.

Bild 2

 

 

 

 

 

 

 

Sanierungsvorschlag:

Aufgrund des typischen Schadenbilds wird auf eine genaue Analyse mit Materialproben verzichtet. Hier ist ein Standartvorgehen ausreichend.

  1. Die Flächen werden ca. 3-5 mm mechanisch abgetragen. Einzelne tiefe, morbide Stellen werden partiell bis zum Kernsandstein zurückbearbeitet.
  2. Gründliche, mehrmalige Wasser-Reinigung (Spülung mit viel Wasser) über mehrere Tage. Damit erreichen wir wirksam eine deutliche Reduktion der Versalzung.
  3. Verfestigung der bestehenden Sandsteinstruktur mit Kieselsäureester. Diese Anwendung wird mehrmals wiederholt, so dass ein tiefes Eindringen des Verfestigungsmittels erreicht werden kann.
  4. Reprofilierung der abgetragenen, tiefen morbiden Stellen mit einem Epoxidharz gebundenen Sandsteinmörtels. Über 30 mm kann nicht am selben Tag aufgebracht werden. Dieser Sandstein-Imitationsmörtel kann bei Bedarf steinmetzgemäss nachgearbeitet werden. Somit kann die sanierte Oberfläche dem Bestand nachempfunden werden.
  5. Auftrag einer Polysiloxanlösung, die eine Hydrophobierung/Imprägnierung der Sandsteinstruktur bewirkt.
  6. Auf Wunsch kann die Sanierstelle beschichtet werden. Es darf nur mit kohlendioxyddurchlässigen Beschichtungssystemen gearbeitet werden. Der CO2-Widerstand sollte dabei möglichst klein sein. (im Gegensatz zu Beschichtungen auf Stahlbeton).

Wichtig: Stark versalzte Untergründe können anstrichtechnisch nicht erfolgreich saniert werden. Wenn die Sanierungs-Grundprinzipien verletzt werden kommt es unweigerlich und schnell wieder zu gravierenden und teuren Schäden.

Fazit: Ein Eigentümer oder Investor ist gut beraten, wenn er auch auf die Unterstützung von Baufachleuten zählen kann. Regelmässige Kontrollgänge auf Ihren Liegenschaften durch einen versierten Baufachmann können wertvoll sein und Kosten sparen,

Das Bestellen eines erfahrenen Bautreuhänders lohnt sich für Investoren und Eigentümer.

06/2014