Sommerabende in der Pergola

 

Wer möchte nicht im Garten seines Grundstücks eine Pergola für das Verweilen an lauen Sommerabenden?

Sicher braucht es auch gutes Wetter dazu…. aber, um diese Annehmlichkeit uneingeschränkt geniessen zu können, sind beim Planen wichtige Bedingungen einzuhalten. Die physikalischen Bedingungen sind einfach: Der Raum ist ein- oder mehrseitig offen. Somit gibt es kein Temperaturgefälle in den Konstruktionsteilen und deshalb auch keine Dampfwanderung. Der Minimalanspruch ist ein dichtes Dach und ein gutes, stabiles Fundament. In diesem Fall ist dies gelungen.

Was lief denn falsch? Einmal mehr sind es nebst Konstruktionsmängeln auch fehlende oder ungenügende Baustoffkenntnisse, die zu diesem unschönen Schaden führten. Die Dachstützen durchdringen die Fensterbank. Die Anschlüsse daran sind unsorgfältig erstellt (Kitt dichtet nicht dauerhaft) und deshalb undicht. Infolgedessen dringt Regenwasser von oben her ins Mauerwerk ein. Dieses kann an den Mauerwerksober-flächen abdiffundieren und verdunsten. Da über das ganze Jahr hinweg Wasser in die Konstruktion eindringen kann, führt dieser Vorgang in den Wintermonaten zu Frostschäden. Obere Schichten der Mauerwerkssteine platzen ab. Dieser Vorgang zerstört mit fortschreitender Zeit den ganzen Stein. Auf Foto 2 sieht man gut, dass es auch noch vom Terrain respektive vom Boden her vertikalen Feuchtigkeitstransport gibt. Die erste Steinreihe ist stark durchnässt. Die weissen Stellen zeigen Salzausblühungen. Salze dringen vom Boden her in gelöster Form in die Konstruktion ein, werden durch des Steinmaterial transportiert und diffundieren an der Oberfläche ab. Die Salzkristalle verbleiben an der Steinoberfläche, das Wasser verdunstet.

Pergola

Wie kann dieses Bauproblem jetzt gelöst werden?

Man bestellt einen Spengler. Dieser dichtet die undichte Stelle bei der Fensterbank ab. Das Problem ist mit geringen Kosten behoben.

Wie hätten die Frostschäden am Mauerwerk vermieden werden können?

Der gewählte Kalksandstein ist ungeeignet, denn er ist nicht frostbeständig. Er ist stark saugend und hat eine enge Porenstruktur. Es gibt keinen Expansionsraum für gefrierendes Wasser. Deshalb kommt es zu Materialzerstörungen und Abplatzungen. Im Weiteren ist der dampfgehärtete Mauerwerksstein mit einem nicht hydraulischen Bindemittel hergestellt. Der Kalksandstein hat hervorragende Eigenschaften und bei richtiger Verwendung versieht er jahrzehntelang gute Dienste….aber er muss richtig eingesetzt und verarbeitet werden.

Wäre in diesem Fall ein Zementstein verbaut worden, hätte das eindringende Wasser keine nachteiligen Auswirkungen gehabt.

Selbstverständlich hat die undichte Stelle beim Fensteranschluss keinen direkten Zusammenhang mit der Steinwahl…..nur die Auswirkungen bei richtiger Steinwahl wären nicht entstanden.

 

Fazit: Bauherrschaften sind gut beraten, wenn sie auf die Unterstützung von Baufachleuten zählen können.

Das Bestellen eines erfahrenen Bautreuhänders lohnt sich für Investoren und Eigentümer.

09/2014